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15 Millionen Kinder werden diese Woche in Kenia keine Schule haben!

 Das war die Topschlagzeile am Samstag in den Kenianischen Zeitungen.

Jeder hat sicher noch gut in Erinnerung welches Chaos in den verschiedenen Städten Deutschlands entstand als die Kitas zu blieben und so manch Familie in der Situation war dieses für sie damit entstandene Problem lösen zu müssen.

Seit Anfang September, quasi seit dem ersten Schultag nach den Ferien, befinden sich die Lehrer der staatlichen Schulen im Streik.

Ein Gericht hatte den Lehrergewerkschaften Recht gegeben, dass eine Anpassung der Löhne zwischen 50 und 60% rechtens wäre. Dies sieht der Staat natürlich anders, laut Präsidenten sind 1,5% der Einwohner Staatsbedienstete, die aber 52% der Gesamtsteuereinnahmen des Landes bekommen. So sind die Lehrer wirklich nicht gut bezahlt, aber auch der Staat hat nicht die Kapazitäten diese Erhöhung zu stemmen (mal abgesehen von dem Geld was in Korruption versackt). Leider kam bislang kein Einsehen von Seiten der Regierung- ganz im Gegenteil.

Seit heute ist die Anweisung, dass auch alle privaten Schulen ihre Schüler nicht mehr unterrichten dürfen. Dazu muss man wissen das jeder Kenianer der es irgendwie schaffen kann das Geld aufzutreiben seine Kinder auf Privatschulen schickt, das können kirchliche-, private oder auch von Organisationen getragene Schulen sein.  Alle Schulen sollen die kompletten Gebühren zurückzahlen und alle Kinder heimschicken ( das gilt auch für die unzähligen Internate die es hier im ganzen Land gibt). Der Präsident ist nicht bereit die Gehälter auch nur um einen Shilling anzuheben.

Nun ist seit heute aber nicht nur das „arme“ Kenia betroffen, sondern auch die Menschen die eben genug Geld auftreiben konnten um ihren Kindern eine Schule zu finanzieren wo sie auch etwas lernen. Die Kinder von Flora (sie arbeitet hier in unserem Haus) sind nun alle zu Hause und Flora ist mächtig sauer, denn sie hat mit Hilfe aus Deutschland ein komplettes Schuljahr bezahlt ohne nun eine Leistung erwarten zu können.

Es soll nun die ganze Woche gestreikt werden und sämtliche kirchlichen und andere privaten Träger wollen nun vor das oberste Gericht treten um ihr Recht einzufordern. Es wird eine spannende Woche werden in Nairobi und dem ganzen Land.

15 Schulen dürfen noch Unterricht machen, darunter die deutsche Schule und die internationalen Schule die es sonst noch in Nairobi gibt. (Was unsere Kinder natürlich doof finden ;-) )

Bitte betet das sich eine gute Lösung finden lässt und es doch zu einem friedlichen Ende kommen kann.

 

Opfer sind wieder mal die Kinder. Sie verstehen nicht warum sie nicht in die Schule können und in ein paar Wochen stehen die Großen Examen an auf die sich die Schüler nun nicht vorbereiten können.

Photo (c) Kashfacatoon/Twitter

Wir sind nun kaum drei Wochen in Kenia, haben aber schon so manches erlebt!
Ein „Highlight“ der vergangenen Woche war dabei sicher, dass ich vor Gericht als Angeklagter erscheinen musste!
Das liegt daran, dass hier in Kenia selbst kleinste Verkehrsverstöße vor Gericht verhandelt werden. In Deutschland habe ich in über 20 Jahren nur einmal ein Knöllchen bekommen, aber hier hat es keine drei Wochen gedauert...

Der Wagen der hier zu Haus gehört ist als „commercial“ registriert, also als Geschäftswagen für Handel, das hat zur Folge, das es ein Geschwindigkeitslimt von 80km/h gibt. Als wir letzten Sonntag nach Nanyuki 200km nördlich von Nairobi unterwegs waren, wurden wir halben Weg an einem der vielen Polizei Checkpoints angehalten, an sich nichts besonderes. Doch die Polizistin hatte auf ihrem Schmierzettel unser KFZ Kennzeichen notiert daneben die Zahlen 94/80 11:16am. 

Wir sollten also knapp eine halbe Stunde zuvor irgendwo mit 94km/h unterwegs gewesen sein. Ich hatte versucht die 80km/h einzuhalten, aber da es ein Automatikwagen mit nicht schlappen Motor ist kann es schon mal passiert sein. Wir mussten zur Polizeistation fahren, der Polizist dort roch nicht nur nach Alkohol sondern hatte auch sehr sehr viele Worte zu den unzähligen Anderen die wohl aus dem gleichen Grund dort aufgehalten wurden wie wir. Er kam immer mal vorbei um den Weißen nochmal zusagen wie böse ihre Tat war. 

Da wir uns vorgenommen haben den korrekten Weg des Gesetzes zu gehen, habe ich nach allerhand Entschuldigungen und Anerkennung der Schuld an so ziemlich allem einwilligt die Strafe zu zahlen. Was uns bis dahin auch nicht bewusst war, ist dass in Kenia die Strafe zwar vor Ort bezahlt wird, dies aber nur eine Art Anzahlung ist für die Strafe die dann vor Gericht verhängt wird. Immerhin konnte ich den Polizisten noch dazu bewegen den Termin für das Gericht auf den Mittwoch zulegen an den wir sowieso nach Nairobi zurück wollten. Mit schlechter Laune und sehr gemischten Gefühlen sind wir dann weiter zu unserem Kurzurlaub gefahren. Auch wenn die Sache eigentlich klar ist und die Strafe klar geregelt ist, so ist es doch ein sehr komisches Gefühl zu wissen vor Gericht erscheinen zu müssen.

Am Mittwoch sind wir sehr früh los um wirklich zur festgesetzten Zeit am Law Court Baricho zu sein. Nun ja wie zu erwarten waren wir auch die einzigen die um 8 Uhr in der Frühe da waren. Es hieß gegen halb neun sollte es los gehen. Um kurz vor neune saßen wir mit einigen anderen Kenianern im Gerichtssaal. Es war recht leer, es passierte nicht viel. Die Kinder saßen derweil im Auto und haben sich einen Film auf dem Tablett angeschaut. Wir wussten das eigentlich der Angeklagte in die „Zelle“ muss und nach der Verurteilung eine andere Person. Die Strafe zahlen muss damit der Angeklagte dann irgendwann wieder frei kommt. Keine schönen Aussichten.

Wir haben dort gesessen, es kamen immer mal Polizeiwagen die offensichtlich Verhaftete brachten die einen Nebenraum gebracht wurden, darunter Kinder! Irgendwann wurde der Richterstuhl mit Kissen bestückt und man wusste bald geht es los. Neben einer Richterin kamen verschiedene andere Personen, es wurden auch allerhand vermeintliche Beweisstücke reingetragen Fernseher, Radios und Kanister. Es ging also nicht nur um Verkehrsdelikte. Als das Gericht begann wurde einer nach dem anderen aus der Zelle aufgerufen, meist ging es nur darum wann der Termin zu richtigen Verhandlung stattfindet. Da wir Suaheli verstehen konnten wir dem meisten folgen. Es war auch irgendwie lustig da alle angeblich krank waren und dringend ins Krankenhaus mussten.

Die Richterin machte einen sehr souveränen Eindruck, sie hat sehr umsichtig die Verschiedenen Anliegen angehört und nicht per se abgelehnt. Als es um die Fälle der Kinder ging war sie besorgt, dass der Junge keine ausreichend warme Kleidung hat. Es war interessant, aber auch erschreckend zu sehen welche Schicksale dort sich abspielten. Mütter die ihre Söhne angezeigt hatten, Betrunkene die frei kommen wollten weil sie wieder was zum trinken brauchten. Der Saal war zu dem Zeitpunkt auch wirklich voll und man konnte beobachten wie verscheiden Leute versuchten Polizisten zu dem einen oder andern zu bewegen, es wechselte so mancher Schein seinen Besitzer.

Irgendwann nach dem der erste große Stapel von ca. 30 Fällen abgearbeitet war, kam der nächste Stapel dran, irgendwann wurde mein Name aufgerufen und ich musste wie zuvor alle anderen auf die Anklagebank. Es wurde die Anklage verlesen, dann das übliche „ Was haben sie dazu zu sagen?“.  Nach einer gefühlten Ewigkeit hat dann dir Richterin die Strafe bestätigt und mich weggeschickt. Es war genau der Betrag den ich zuvor bei der Polizei hinterlegt hatte. Ein Polizist hat dann die Quittung entgegen genommen und mir erklärt ich müsste warten bis das Gericht bestätigt das ich meine Strafe bezahlt habe. Immerhin durfte ich draußen warten und wurde nicht wie befürchtet zwischenzeitlich verhaftet.

Draußen haben wir dann noch einige Zeit mit anderen Verkehrssündern gewartet bis die Papiere fertig gestellt wurden. Ein anderer war mit über 140km/h erwischt worden, aber die Strafe war die gleiche, es gibt keine Abstufung! Wir konnten nach etlichen Stunden erleichtert weiterfahren, um einige Erfahrung reicher! 

Und wir haben keinen cent Schmiergeld gezahlt, sicher hätten wir uns sogar aus der Gerichtsverhandlung raus kaufen können, aber wir können nicht über Korruption schimpfen und dann selbst uns frei kaufen! Im Gespräch mit den Kenianern vor dem Gerichtssaal wurde genau das betont, dass sich doch sonst alle Weißen frei kaufen!

...und wir steigen ein in unser erstes kenianisches Wochenende.

Rückblick: 

Wir sind immer noch überwältigt, wie gut unsere Reise geklappt hat. Der Flug , das Gepäck, das schnell und KOMPLETT kam, die Einreise in das Land, die Kinder die einfach super mitgemacht haben, die Taxifahrer die für uns Gewehr bei Fuß standen...

Ohne größeren Stau kamen wir am Montag Mittag hier in unserem neuen zu Hause an. Erst mal alle Koffer raus aus dem Auto und dann sind wir erst mal in das nahegelegenen Shopping Center gegangen um etwas zu essen. Die Pizza im Magen tat allen gut und gestärkt gingen wir zurück um unsere Zimmer indem riesigen Haus in Beschlag zu nehmen. Da aber diese Zimmer zum Teil Monate nicht bewohnt waren und dort nicht sauber gemacht wurde hieß es erst mal putzen. So haben wir bis abends geschrubbt und erste Koffer ausgepackt, Betten bezogen , noch mehr geputzt, Lebensmittel eingekauft und ... geputzt. aber dann lagen doch alle irgendwie in einem Bett nachdem wir Matratzen und Decken in etwa 15 Zimmern zusammengesucht haben... Ihr könnt euch denken, wir haben geschlafen wie die Steine. 

Am Dienstag ging es weiter mit putzen, putzen und nochmal putzen und Koffer auspacken. Da man ja in Deutschland alle Koffer wild durcheinander gepackt hat damit im Falle eines Verlustes nicht die Kleidung von einem komplett weg sind, war es entsprechend aufwendig alles wieder auseinander zu klamüsern.

Vom Koffer bis z.B. zu meinem Kleiderschrank sind es je gut 50 Schritte gewesen. :-)

Überraschend kam Dienstag morgen unsere Freundin Doreen mit ihren zwei Kindern zu Besuch. das war ein tolles Wiedersehen und tat vor allen Dingen den Kindern gut. So hatten wir mal eine Zwangspause vom Stress.

Auch Mittwoch wurde weiter geputzt und ausgepackt. Nachmittags waren wir bei einer anderen Familie eingeladen und wir haben die Gemeinschaft und das gemeinsame Abendessen sehr genossen.

Da das Auto gerade nicht fahrbereit ist, da diverse Dinge nicht in Ordnung sind und der Kenianische TÜV seit einem Jahr abgelaufen ist, mussten wir etwa 3 km Fußmarsch aufnehmen um zu besagter Familie zu gelangen.

Es war wie eine kleine Weltreise. Einige Botschaften haben wir abgelaufen:

Irak, Brasilien, Senegal, USA, Botswana  und dann noch das große UN Hauptquartier.

Nairobi ist unglaublich vielfältig und interessant.

Inzwischen sind alle Koffer ausgepackt und die meisten Zimmer in einem bewohnbaren Zustand. Die Küche ist zur Hälfte geschrubbt und so eingeräumt wie es für uns momentan am besten passt. 

Die erste Erdbeerbestellung geliefert, Marmelade eingekocht, ein Milchlieferant gefunden, Joghurt und Quark hergestellt und am Wochenende wird dann Brot gebacken.

Ausblick: Nächste Woche ist das Auto hoffentlich fahrbereit nachdem Daniel heute den ganzen Tag damit beschäftigt war alles technische zu klären (Batterie, Bremsen, Reifen...) Die Tage davor musste der Papierkram geklärt werden bezüglich des abgelaufenen TÜV´s.

Aber dann wollen wir mal sehen ob wir noch das ein oder andere an sightseeing machen können.

Bisher haben unsere Mädels viel Geduld mit uns, wenn wir vor lauter Arbeit wenig Zeit für sie haben. 

So das Solls erst mal sein von hier.

Bis die Tage :-) 

Im Moment lösen wir wiedermal eine Großteil unseres Hausstandes auf.

Dabei verkaufen wir viele Sachen über eBay Kleinanzeigen. Bei den vielen Geschäften, lernt man eine Menge interessanter Menschen kennen, nicht nur Ali der 10€ für das Fahrrad bietet welches wir für 45€ inseriert haben.

Es überwiegen aber die netten Kontakte und wir machen so manche fast unglaubliche Bekanntschaft!

Bereits vor 2 Jahren als wir unser Auto online anboten hatten wir einen netten Käufer. Als der Käufer kam, stellte er sich als Missionar der Herrnhuter Mission heraus der gerade aus Nepal zurück war!
Vor einigen Wochen haben wir ein Küchengerät in einer Anzeige gesehen und sind in den Westerwald gefahren. Der Bistroplan der FeG am Kühlschrank verriet die Verbindung. Es entwickelte sich ein sehr intensives Gespräch über die Probleme von "alten Gemeinden".
Mit dem Käufer meines Motorrades hatte ich ein langes interessantes Gespräch über das was in Entwicklungspolitik alles schief läuft.
Letzte Woche haben wir unseren Grill verkauft, der Käufer der kam ist Student am Marburger Bibelseminar und hat vor kurzem ein Praktikum in Manila beim AM Team gemacht!
Morgen wird unsere Rutsche abgeholt, die wird einen besonderen Platz im Waldschwimmbad Lich erhalten! Der Verein dort freut sich über die tolle Rutsche, dieser Kontakt kam auch über eine Anzeige zustande.

Ein tolles Video welches die Geschichte von Nairobi erzählt!