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Die letzten 14 Tage waren etwas anderes als geplant!
Alles begann mit einem Facebook-Anruf am vorletzten Sonntag. Der Sohn eines Missionarsehepaars aus Bunda/Tansania rief an, dass es seinem Vater extrem schlecht geht. Wir hatten schon zu vor Kontakt zu ihnen gehabt und gehört, dass er krank ist. Zu Beginn war es Malaria, in der Zeit ist er hingefallen und da er etwas gewichtiger ist, hat er sich dabei an Schulter und Knöchel verletzt. Danach hat er drei Wochen das Bett nicht verlassen, hat nichts mehr gegessen und getrunken damit er nicht mehr zur Toilette muss. Das der Körper das irgendwann nicht mehr mit macht war absehbar. 

Ich habe verschiedene Organisationen angerufen die solche Notfallflüge machen können. Neben den Kosten war natürlich wichtig zu klären welcher der nächste Flughafen ist der angeflogen werden kann. Parallel mit der Familie in Bunda kommunizieren das sie bis spätestens 17:00 dort sein müssen wegen der Dunkelheit.
AIM Air, eine amerikanische Missionsfluggesellschaft war nicht nur in der Lage innerhalb einer Stunde einen ausreichend großen Flieger startklar zu haben, sondern war auch finanziell sehr entgegenkommend.
Um Absprachen treffen zu können und um helfen zu können bin ich von Nairobi aus mitgeflogen. Noch vom Flugzeug aus habe ich Kontakt gehalten und letzte Absprachen wurden getroffen. Es war ein schöner Flug über Rift Valley, Masai Mara, Serengeti und Viktoria See bis Mwanza.

Dort musste die schnelle Abwicklung geklärt werden, der Krankenwagen musste auf das Rollfeld gelassen werden (was zu Ärger führte als er falsch abbog und auf dem Runway fuhr). Da der Patient etwas gewichtiger ist, mussten 8 Männer  anpassen um ihn mit Liege in den Flieger zu hieven und dort auf die Liege des Fliegers umbetten. Mit dem Patienten und seiner Frau ging es dann zurück nach Nairobi, dort angekommen ging es direkt weiter ins Krankenhaus. Es wurde ein lange Abend, bis in der Notaufnahme etwas passierte und er stationär aufgenommen wurde. Die ersten Ergebnisse waren, dass die ausgekugelte Schulter wohl beim verladen wieder eingerenkt wurde, dass sonst nichts gebrochen ist. Es waren viel kleine Dinge nicht in Ordnung die in der Summe zu einem Problem wurden.
Ich habe die nächsten 10 Tage täglich im Krankenhaus verbracht um zu sehen, dass er die richtige Behandlung bekommt. Vor allem muss man alles bar bezahlen und jedes einzelne Teil, jeder Handschuh, jede Tablette steht einzeln auf der Rechnung. Jeder Arzt stellt seine Besuche in Rechnung, zum Teil tauchten sie auf der Rechnung auf wenn sie nur den Kopf zur Tür reinsteckten und „Hello“ sagten! In dem Krankenhaus kennt mich jetzt wohl jeder, da ich jeden Posten auf der Rechnung hinterfragt habe. 
Neben der Kontrolle der Rechnung war es aber Hauptaufgabe zu sehen, dass er vernünftige Behandlung bekommt, die ihm nützt und nicht dem Krankenhaus. IN den vielen Untersuchungen, kam zu tage, das sein implantierter Defibrillator nicht mehr funktionierte da die Batterie ihre Lebenszeit überschritten hatte. Es wurde dann noch ein neuer Defibrillator eingesetzt, was eine ziemliche Lastminute Aktion war, da die Kinder in den USA das Geld überweisen mussten, aber durch die Zeitverschiebung es nicht rechtzeitig geschafft haben. Aber da ein Somali im OP starb und deshalb die ganz Verwandtschaft den OP stürmten musste der aufwendig gereinigt werden und dadurch alle OPS um mehrere Stunden verschoben werden, dass gab mir die Zeit es doch noch zu organisieren. Der Zahlungsbeleg aus Amerika ging per Mail an mich, von da weiter zum Großhändler für Medizinisches Equipment, die haben dann einen Motorrad Kurier durch den Verkehr geschickt damit alles noch rechtzeitig ankommt. Es war ein aufregender und wiederum langer Tag. An diesem, wie an den meisten anderen Tagen war ich von morgens bis abends im Krankenhaus.

 

Seit Mitte dieser Woche ist er jetzt entlassen und wohnt mit seiner Frau hier bei uns, leider kann und will er immer noch nicht mehr als 5 Meter laufen, aber wir haben ihm einen Physiotherapeuten organisiert der hier mit ihm arbeitet, aber es ist noch ein langer weg!