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Hanna war auf Klassenfahrt, von dort haben wir sie heute wieder abgeholt. Das Haus liegt in mitten von Kaffeefeldern und da dort auch die Klassenfeier stattfand, hatten wir etwas mehr Zeit dort.
So konnten wir etwas durch die Kaffeefelder laufen und uns anschauen wie Kaffee geerntet wird.

Dabei trafen wir auf eine ganze Gruppe von Arbeitern die auf die Abholung der geernteten Bohnen warteten. Sie werden für die Menge bezahlt die sie ernten, jeder der Arbeiter hatte seinen Sack und wartete auf die Vorarbeiter die wiegen kommen und dann den Lohn zahlen.

Gemessen wird das pro „debe“, das ist ungefähr ein 20L Eimer mit Haufen drauf, ca. 30kg. Dafür bekommen sie 70 Schilling bezahlt, das sind ca. 0,75€.
Ein guter Pflücker schafft ungefähr drei, ganz selten 5 debe an einem Tag. Arbeitsbeginn ist um 5 und geerntet wird bis 17:00. Also 210 Schilling  (2,25€) für 12 Stunden harter körperlicher Arbeit.

Mit einer anderen Frau sprach ich danach und sie war etwas zurückhaltender als die Männer. Sie sagte mir das sie 550 Schilling pro debe bekommt. Das kam mir seltsam vor, ein anderer Mann sagte ihr dann „ Huyu ni sio ya campuni“ „Er ist nicht von der Firma“.
Sie erklärten mir dann, dass sie angewiesen sind, wenn die Kontrolleure der westlichen Firmen kommen, erzählen müssen, dass sie 550 Schilling bezahlt bekommen! Im Gespräch kam dann heraus, dass sie auch schon deutsch Firmenmitarbeiter da hatten. „Ile campuni alikuwa na jina funny“ „ Die Firma hatte einen lustigen Namen“ Tchibo, heißt die werte Firma!
Die Arbeiter, die die Bohnen mühevoll pflücken bekommen 75cent für 30kg und werden dazu angehalten den Kontrolleuren der westlichen Firmen vorzulügen das sie fast 6€ bekommen damit man es dann als Fairtrade und Nachhaltig verkaufen kann!

Die Menschen haben keine andere Wahl, da die riesigen Plantagen alles Land beanspruchen bleibt ihnen keine Wahl als den Hungerlohn zu akzeptieren. Aber leben kann man davon nicht, so sagte einer dann auch zum Ende des Gespräches hin „Hii ni kawaida, sisi wadogo wanachapa kazi na wakubwa wana kula vizuri“ „ So ist das, wir kleinen machen die Arbeit und die großen Essen das gute Essen“.

Was aber wirklich dran ist am Fairtrade? Nun, wir haben im Gespräch mit den Rosenfarmern schon einmal das gleiche gehört. Und ich glaube wirklich kaum noch daran, dass die Produkte die als Fairtrade angepriesen werden den Menschen hier irgendwelche Vorteile bringen. Trotzdem begegneten uns die Menschen sehr freundlich und wie wir finden sehr offen. Wir hatten mit einer so direkten Wahrheit eigentlich gar nicht gerechnet. Wir möchten nicht aufhören zu hoffen, das Dinge sich ändern können.