• Kroppach_Header

Fern von Nairobi meint man nicht weiter im „Dienst“ vor Ort zu sein, weit weg von persönlichem Kontakt und in einer anderen Welt scheint unser Dienst in Nairobi weit entfernt. 

Aber Social Media macht die Welt zu einem Dorf!
In Kenia ist Facebook und Twitter sehr weit verbreitet und dient vielen als das Mittel Fragen zu klären, Dinge zu verkaufen und sich Rat zu holen. So gibt es unzählige Facebook Gruppen in denen Dinge verkauft werden, Wohnungen gesucht werden, Tiere ein zu Hause suchen und Austausch statt findet. Schon viele unserer Gäste haben wir durch die Gruppen gefunden, einen Hund adoptiert und unsere Kätzchen abgegeben.

In einer solchen Gruppe fragte kürzlich eine junge Frau nach Rat bezüglich Adoption.

Steffi hatte ihr geantwortet, in der Annahme, dass sie adoptieren möchte. Als Antwort kam, dass sie ihr ungeborenes Kind zur Adoption geben möchte! Sie hat dann per Chat ihren langen Weg des Leidens geschildert, wie sie vor vielen Jahren aus Uganda nach Kenia kam, hier als Hausmädchen sich durchgeschlagen hat und dann die große Chance hatte bei einer Airline eine Anstellung zu finden. Irgendwo lernte sie einen Mann kennen, die vermeintlich große Liebe. Aus dem arabischen Raum haben sie eine Wohnung in Nairobi gekauft, da er vor Ort war hat er sich um alles gekümmert.

Zu spät ist sie dahintergekommen, dass er die Wohnung auf sich eingetragen hat und sie betrogen hat. Alles war weg und er auch!
Sie hat es vor Gericht versucht, aber er hat sie in eine Falle gelockt und ihre Papiere geklaut, somit konnte sie sich nicht mehr ausweisen und die nötigen Beweise bei der Bank bekommen.
Da sie keinen Ausweis mehr hat, konnte sie auch nicht mehr bei der Airline arbeiten, so brach alles zusammen. Und zu guter Letzt war sie auch noch schwanger!
Ohne Papiere, ohne Arbeit, ohne Unterkunft war sie verzweifelt und auch kein Weg zu sehen wie sie sich und vor allem später einmal das Baby versorgen kann.

Deshalb suchte sie eine Adoptionsstelle!

In vielen Chatnachrichten, konnte Steffi sie überzeugen sich eine Chance zu geben und Hilfe zu suchen. Sie schrieb, dass sie schon sehr oft an Suizid gedacht hat. Wir haben sie zu einer großen Kirche geschickt die ein Programm hat, das sich um Familien in Not kümmert. Dort wurde sie leider abgewiesen, da sie ja Single ist und noch kein Kind hat.
Zum Glück konnte Steffi sie überzeugen, den langen Weg bis zum Nest zu machen. Dort ist sie aufgenommen worden und die Hausmutter Mary hat sich wunderbar um sie gekümmert.
Eine der „Auflagen“ im Nest ist, dass sie im Babyshome mithelfen muss Babys zu versorgen und sich dort einzubringen. Die letzten Wochen ist sie jetzt dort gewesen, Steffi hat sie fast täglich per chat „beseelsorgt“. Langsam konnte man sehen wie sie wieder Vertrauen und Hoffnung bekam.

Gestern kam dann wieder eine Nachricht von ihr, sie will das Baby behalten und hat Hoffnung gefasst es zu schaffen! Sie schrieb, dass sie ohne die Hilfe bereits alle Hoffnung aufgegeben hatte, für sich und das Baby.
Sie schrieb, dass sie das Baby Steffi nennen möchte wenn es ein Mädchen wird! Toll wie Soziale Medien solche Möglichkeiten eröffnen. Wir freuen uns sie nächste Woche dann auch persönlich kennen zu lernen.